Eine Reise in die Welt des Para-Eishockeys

Ausdauer und Geschick sind gefrag: Para-Eishockey (Bild mit freundlicher Genehmigung von Benedikt Felderhoff).
Ausdauer und Geschick sind gefrag: Para-Eishockey (Bild mit freundlicher Genehmigung von Benedikt Felderhoff).

Eine Reise in die Welt des Para-Eishockeys

Para-Eishockey, eine faszinierende Disziplin, die die körperliche Ausdauer und Geschicklichkeit herausfordert. Heute erzählt Benedikt Felderhoff seine ganz persönliche Geschichte, wie er zu diesem aufregenden Sport fand und was ihn daran bis heute so begeistert. Und vielleicht, so hofft er, kann Benedikt mit diesem Artikel ja auch den ein oder die andere Leser*in für das Para-Eishockey zu begeistern.

  

Wie ich das Para-Eishockey entdeckte?

Es war an einem gewöhnlichen Abend, als ich nach getaner Arbeit durch Instagram scrollte. Plötzlich erschien ein Pop-Up - eine Nachricht von einem unbekannten Absender, der mich einlud, Para-Eishockey auszuprobieren. Bis zu diesem Moment hatte ich noch nie von dieser Sportart gehört und begann sofort, Bilder und Videos zu durchsuchen. Unterschiedliche Menschen mit Behinderungen glitten in ihren Schlitten über das Eis, Schläger in den Händen, um den Puck zu führen und zu schießen. Die Geschwindigkeit und das Geschick, das sie dabei zeigten, fesselten mich. Meine Neugierde war geweckt, und so entschied ich mich, dem Aufruf zu folgen und am nächsten Training teilzunehmen.

 

 

Das erste Trainingserlebnis

An der Eishalle angekommen, wurde ich herzlich von den anderen Athleten begrüßt. Der Trainer hatte extra Ausrüstung für mich dabei, damit ich sofort ins Training einsteigen konnte. Als ich die anderen Spieler auf dem Eis beobachtete, war ich beeindruckt von der Leichtigkeit, mit der sie ihre Schlitten über das Eis manövrierten und die Pucks mit ihren Schlägern kontrollierten und schossen.

 

Doch als ich selbst zum ersten Mal im Schlitten stand, wurde mir die Herausforderung bewusst. Die Balance zu halten und gleichzeitig den Puck zu kontrollieren, stellte sich als eine anspruchsvolle Aufgabe heraus. Trotzdem war ich fasziniert und probierte es immer wieder aus. Die kurzen Eishockeyschläger mit Spikes auf der einen Seite und einer Kelle für den Puck auf der anderen wurden zu meinen Werkzeugen auf dem glatten Eis. Nach anderthalb intensiven Trainingsstunden war klar: Ich war angefixt.

 

 

Die Faszination des Para-Eishockeys

Die Begeisterung für Para-Eishockey blieb auch nach mehreren Trainingseinheiten bestehen. Einer der beeindruckendsten Aspekte dieses Sports ist die Gleichstellung der Spieler. Egal, welches Handicap jemand hat – auf dem Eis zählt nur der Spaß am Spiel. Diese Gleichstellung macht Para-Eishockey einzigartig und inspirierend. Wir sind alle Teil eines Teams, gleiten in unseren Schlitten über das Eis und kämpfen gemeinsam um den Puck. Als Unterschenkelamputierter habe ich verschiedene Sportarten ausprobiert, aber Para-Eishockey ist für mich besonders. Die Belastung auf meinem Stumpf ist minimal, da ich im Schlitten sitze. Das Spiel trägt dazu bei, meinen Körper zu stärken, ohne ihn zu überlasten.

 

 

Ausblick in die Zukunft

Aktuell befinde ich mich mitten in einer faszinierenden Reise, während ich daran arbeite, meine Fähigkeiten zu verbessern und hoffentlich einen Platz in der Nationalmannschaft zu ergattern. Mein Traum ist es, an den Paralympischen Winterspielen oder der Para-Eishockey-Weltmeisterschaft teilzunehmen und vielleicht sogar eine Medaille zu gewinnen. Dieser Traum treibt mich an, hart zu trainieren und meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Ich bin mir bewusst, dass mein Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft ist, aber ich bin entschlossen, die Herausforderungen anzunehmen.

 

 

Perspektiven im Para-Eishockey

Para-Eishockey hat mein Leben in vielerlei Hinsicht bereichert und verwandelt. Die Faszination für das Gleiten über das Eis, die Präzision beim Führen des Pucks und die Gemeinschaft im Sport sind einzigartig. Die Möglichkeit, Herausforderungen zu überwinden und persönliche Erfolge zu feiern, hat mich gestärkt und gezeigt, dass nichts unmöglich ist, wenn man Leidenschaft und Entschlossenheit mitbringt. Für alle, die Interesse am Para-Eishockey haben, öffnet sich eine Welt voller Möglichkeiten und Abenteuer.

 

 

Weitere Informationen

Gastbeitrag von Benedikt Felderhoff. Benedikt ist unterschenkelamputiert, spielt mit Leidenschaft Paar-Eishockey und arbeitet als Orthopädie-Techniker. Wer mehr erfahren möchte, der findet Benedikt auf Instagram.

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